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Gute alte Nacht

by RAFIKI

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1.
Schaukeln 03:04
Ich schäl‘ mich aus dem Bett und leg‘ mich wieder hin. Auf’s Sofa, mehr ist erst mal nicht drin. Heut‘ mach ich’s mir bequem und lehn‘ mich mal zurück. So kann mir nichts passieren und ich mach auch nichts kaputt. Träge sein ist jetzt der beste Plan. Hirn ausschalten und ausruhen simultan. Ich mache heute nichts! Nehm‘ es als meine Pflicht! Ich werde heute den ganzen Tag nur meine Eier schaukeln, Oh oh oh. Mein Ziel für heute ist ganz sauber abgesteckt: Bleib liegen, beweg‘ dich nicht vom Fleck. So lebt sich das doch gut, ich sag‘ es euch schon lang. Nun endlich habt ihr es auch erkannt. So wird‘ ich nüchtern und tanke Energie Und besiege Krieg und Pandemie.
2.
Ihr seid gut drauf, na Dankeschön! Kann bitte einer die Scheiße leiser drehen! Jetzt habt ihr Spaß – find ich ja toll. Muss das sein und warum sind hier alle voll? Ihr seht gut aus denkt ihr euch so. Dass ich nicht lach‘, ich bin die Geilste sowieso. Ich hab‘ kein Bock auf euer Ding Und lass mich von euch nicht zu etwas zwingen. Alle feiern, gute Laune, wunderschön. Ich glaub‘ ihr wollt mich leiden sehen. Eure Party stinkt, Ich bin mittendrin. Hört sofort auf Spaß zu haben, euch in eurem Glück zu laben. Eure Party stinkt. Ich kann’s mir leisten und ihr nicht, Eure Armut find ich wirklich widerlich. Ihr nennt das ganz schön arrogant, Ich bin was Besseres, habt ihr das nicht erkannt? Ich schäme mich für euren Spaß, Ihr könnt nicht tanzen, das ist peinlich, glaubt mir das. Ich hab‘ genug und wird‘ jetzt gehen. Aus dem Weg und schaut mir nicht ins Dekolleté. Jetzt könnt ihr feiern, fröhlich, assozial und so. Doch ohne mich, das ist nicht mein Niveau! Merkt ihr’s nicht? Hier geht’s um mich!
3.
Nur noch ein letztes Mal feiern wir diesen Augenblick. Er sollte nie vergehen, weil es hier und jetzt am schönsten ist. Wir denken nicht an die Zeit danach, die Mission lautet maximaler Spaß. Eingefroren und gemacht für die Ewigkeit, die Zeit steht und dieser Eindruck bleibt. Oh oh oh oh – der letzte Sommerhit. Oh oh oh oh – in diesem Augenblick. Oh oh oh oh – der letzte Sommerhit. Oh oh oh oh – wenn’s am schönsten ist. Wie schnell doch die Jahre vergehen und alle schämen sich dafür. Die ersten Gigs überstehen, Publikum und Band peinlich berührt. Freundschaft, Herzblut und auch viel Bier gab uns Motivation bei jedem Schritt. Sie hält an, doch die Zeit, sie nagt an ihr. Wir müssen los, bitte singt jetzt nochmal mit! Nur noch ein letztes Mal – drei Akkorder, stumpfer Text, Offbeat dazu und billige Harmonien. Nur noch ein letztes Mal – alles geben, Gläser heben, sich benebeln mit dem Schweiß in der Luft. Nur noch ein letztes Mal – die Stimmung ist genial und alle rufen „Scheiß RAFIKI!“ Nur noch ein letztes Mal – warum letztes Mal? Dieser Moment wird nie wieder vergehen!
4.
Ich wache auf an der Endstation, 6:30 Uhr und ich riech' nach Suff. Wer hat mir das angetan? Schwindel, Übelkeit, brauch‘ frische Luft. Und dann erinner‘ ich mich wieder: Enge Clubs, versifft und viel zu heiß. Wabbelige Burger, Dosenbier, das ist das letzte was ich weiß. Es ist vorbei! Ich vermiss‘ wie du dich anfühlst und dein hässliches Gesicht. Der Geruch nach Schweiß und Bier erinnert mich an dich. Hab meine beste Zeit zusammen mit dir im Rausch verbracht. Ich vermiss dich so sehr – meine gute alte Nacht. Vermisse deine dunklen Seiten, dunklen Gassen, deine Rangeleien. Vermiss‘ die guten alten Zeiten, schlechte Küsse, Flirts und Streitereien. Und wenn ich an daran denke wird mir schlecht und trotzdem schön zurück zu schauen. Gerne lass ich mir von dir auch noch den ganzen nächsten Tag versauen. Es ist vorbei! Dunkel und vernebelt zeigst du deine dreckig ungepflegten Gassen. Kotze und McDonalds-Tüten, auf dem Boden leere Flaschen. Deine Clubs voll mit Hormonen, schweißgetränkten Assozialen. Strobolicht und Malle-Hits, keiner will das Taxi zahlen... Ich vermiss‘ wie du dich anfühlst und dein hässliches Gesicht. Der Geruch nach Schweiß und Bier erinnert mich an dich. Ich vermiss wie du mich platt machst und den nächsten Tag versaust, Du mich auf die falsche Bahn lenkst und mir gute Jobs verbaust. Ich vermiss wie du mir weh tust, meinen Körper massakrierst Und mir ungesundes Essen vor dem Schlafengehen servierst. Ich vermiss wie du mich geil machst und dich dann wieder verpisst Wie du mein Gehirn kaputt machst, jeden einzelnen Filmriss.
5.
Wir schämen uns in Grund und Boden für das, was hier passiert. Das dachten wir uns anders, doch wir können nichts dafür. Leichtgläubig, blauäugig hatten wir gedacht: Ein schönes Konzert, bei dem das Publikum mitmacht. Statt hübscher Fans, die stilvoll Stimmung transportieren Sehen wir nur Betrunkene, die eskalieren. Refrain Scheiß RAFIKI, scheiß RAFIKI, ich hasse diese Band! Scheiß RAFIKI, scheiß RAFIKI, ich hasse diese Band! Ihr mögt uns nicht und wir mögen euch nicht. Scheiß RAFIKI, scheiß RAFIKI, ich hasse diese Band! Man sagt: Das Brot des Musikers ist immer der Applaus. Bei uns sind es Beschimpfungen, ganz unverblümt und laut. Dreckig und laut schreit ihr es raus mit aller Kraft. Es war nicht ganz leicht für uns bei aller Fanfreundschaft. Doch mit der Zeit kommt Rat. Wir haben es realisiert, Dass Anerkennung bei euch mit Hass funktioniert.

credits

released December 26, 2021

Vocals/Bass - Lorenz Hüttner
Guitar - Andreas Wagner
Drums - Michl Haubner
Trumpet - Bastian Wüst
Trombone - Wulf Stäblein

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RAFIKI Mellrichstadt, Germany

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